Helen Blumenfeld ist ein Projekt, das 2018 begann. 
Seit 2018 tätowiere ich Menschen. Häufig hatten diese davor noch keine Tattoos.
Warum entschließen sich diese Menschen, mit mir zusammen zu arbeiten?

„Ich studiere an der Kunsthochschule Mainz […]
Was ich damit meine (wenn ich sage, ich arbeite mit den Menschen) ist, dass ein Tattoo immer ein gemeinsames Projekt ist. Ich bin zwar die Person, die tätowiert, aber die Arbeit ist ja nicht meine. Ich habe keinen Schmerz, es ist nicht meine Haut und ich muss kein Vertrauen schenken. Es geht für mich um die andere Person und darum, dass sie eine positive Erinnerung schaffen kann. Aber gleichzeitig geht es ja der anderen Person um mich, denn sie will ja eine Arbeit von mir für immer besitzen. Ich wünsche mir, dass es kein Machtgefälle gibt, sondern, dass wir gemeinsam an dieser Erfahrung beteiligt sind.

[…] das wird Teil meiner Abschlussarbeit. Wobei es wirklich eher zufällig und auch sekundär ist, dass ich jetzt tätowiere, das kann ich nur zufällig gut. Es geht mir eher um diesen transformativen Prozess, der halt im Fall einer Tätowierung besonders krass ist, weil er auch mit physischem Schmerz verbunden ist. Was mich daran interessiert und worauf auch mein theoretischer Fokus liegt, sind eigentlich die Geschichten, die aus diesen Erinnerungen entstehen. Denn sobald ich mit der Arbeit, also dem Tattoo fertig bin, ist es ja nicht mehr meins, sondern Teil der Geschichte einer anderen Person. Und mich interessiert sehr, wie diese Geschichte dann geht. Denn das ist ja dann alles, was bei mir bleiben kann

Ich sammle also Erinnerungen und Geschichten von mir und anderen Personen.“

Auszug aus einer Konversation mit User @natalia_luzenko auf Instagram

 

Ich tätowiere ausschließlich ohne Maschine.
Der Prozess ist langsamer, aber auch intimer und kontrollierter. Der krasse Lärm der Tätowiermaschine fällt weg, also ist es leichter, in einen meditativen Zustand zu kommen und dort zu bleiben.